Finnland-Fahrt 2010

Freitag, 02. Juli

Der Startschuss erfolgte gemeinsam mit den Eltern in einer großen Runde. Dann hieß es Abschied nehmen. Nach einer Neustädter Pizza düsten wir um 21 Uhr mit drei Mannschaftsfahrzeugen nach Travemünde (Lübeck). Einchecken lief problemlos. Auf der Fähre gab es sogar einen Mitternachtssnack. Um 3 Uhr legte die MS Europalink ab – mit uns und zwei weiteren Jugendfeuerwehren.

Samstag, 03. Juli

An Deck holten sich einige die ersten Sonnenbrände. Jeder zählte innerlich den Countdown zum Deutschland-Spiel. Um 16 Uhr, naja eigentlich 17 Uhr (finnische Zeit) - machten wir Public Viewing in den Kabinen. Die Stimmung war klasse, nur die Klimaanlage kam nicht dagegen an. 4:0 gegen Argentinien! Der Wahnsinn. "So sehn Sieger aus"! Mit Deutschland-Fahnen und WM-Pokal zogen wir über die Fähre.

Sonntag, 04. Juli

Es war 8 Uhr, als wir im Fährhafen Vuosaari bei Helsinki festmachten. Nach einer kurzen Road-Tour durch die finnische Hauptstadt, fuhren wir zum Strand. Ein außergewöhnlich süßes Picknick im Schatten und einmal kurz die Füße in die Ostsee halten. Dann setzten wir unsere Reise fort nach Lahti. Dort hieß uns die Feuerwehr Lahden VPK herzlich Willkommen. Von der berühmten Skisprungschanze lernten wir Lahti und die finnische Seenlandschaft von oben kennen. Danach mussten wir uns abkühlen und sprangen in einen See. Abends tauschten Finnen und Deutsche – traditionell - Geschenke aus. Es lebe die JF-Bremen-Fliese und Petri Pasanen. Wir schenkten unserem Gastgeber Eetu Häggman ein Original-Trikot des Werder-Spielers, der in Lahti geboren wurde.

Montag, 05. Juli

Nach einem ausgewogenen Frühstück (Toast, Melone, Bockwurst, Nutella, Erdnussbutter usw.) ging es los Richtung Padasjoki. Nach Ankunft auf dem riesigen Armee-Gelände hieß es: wohin mit den Zelten? Wo in deutschen Zeltlagern die Plätze der Gruppen teilweise eingekreidet werden, muss man in Finnland irgendwo seinen Platz zwischen Bäumen finden. Aber irgendwie haben wir uns eine gute Unterkunft erbaut. Mit den hellblauen Camp-Shirts stellten wir uns zur „Opening-Ceremony“ auf. Danach wurden die Gruppen für die internationale Ausbildung eingeteilt – mit maximal drei Jugendlichen von jeder Jugendfeuerwehr in einer Gruppe. Die erste Nacht im Zeltlager brachte die Erkenntnis: in Finnland wird es echt nicht dunkel.

Dienstag, 06. Juli

Die Ausbildung „International Course“ begann. Davon waren wir anfangs nicht sonderlich begeistert. Warum mussten 10- bis 13-Jährige in der prallen Sonne etwas über nukleare Katastrophen lernen? Aber die Trainings wurden in den darauf folgenden Tagen deutlich interessanter. Einige Jugendlichen fanden schnell neue Freunde. Spätestens beim abendlichen Tanz-Act hinterm Zelt. Erst schauten immer mehr Finnen der Neustädter Tanzeinlage zu, dann machten einige sogar mit. Zitat des Tages: „Gibt es jetzt jeden morgen dieses Zeug?“ (Dominik, 12), zu der skandinavischen Spezialität „Porridge“ (Haferbrei).

Mittwoch, 07. Juli

Wenn es in Finnland regnet, dann regnet es. Das hielt die Trainingsgruppen aber nicht davon ab, ihr Programm durchzuziehen. Nur der Einkauf im Supermarkt von Padasjoki fiel ins Wasser. Die kleine Stadt hatte einen Stromausfall, nichts ging mehr für über eine Stunde. Der Abend, das Spiel, die Enttäuschung. Beim Public Viewing mit rund 500 Finnen und Deutschen erlebten wir das Halbfinale-Aus für die deutschen Kicker bei der WM. Kein Sommermärchen, zumindest nicht in Südafrika. Zitat des Tages : „Ich geh’ nicht mit essen, ich muss erstmal ein halbwegs erträgliches Dixi-Klo finden“, so ein Betreuer.

Donnerstag, 08. Juli

Am Nachmittag feierten wir die Geburtstage von Fabian (13) und Dominik (12). Abends war dann voller Einsatz gefragt. Eine Gruppe trat bei der Lager-Olympiade an. Das Motto: „nass und dreckig“. Es war eine Schlammschlacht mit großem Spaßfaktor! Unsere Gruppe belegte den dritten Platz. Juhuuuu! Ein deutsches Betreuerteam mit Neustädter Beteiligung hielt sich einfach nur an das ausgegebene Motto.

Freitag, 09. Juli

Der erste Tag gemeinsam mit der eigenen Jugendfeuerwehr seit Camp-Start. Auf zum finnischen Orientierungs-Marsch. Die Aufgaben: so wenige Mückenstiche wie möglich sammeln und verschiedene Gruppenaufgaben bewältigen. Ziel war eine Waldhütte, wo die Gruppen rings herum noch einzelne Arbeiten ausprobieren konnten. Kolja (18) meisterte am See als einziger Deutscher den Baum-Lauf im Wasser. Vom Baum-Läufer stammt auch das Zitat des Tages: „Mein Postbote ist auch Briefträger.“

Samstag, 10. Juli

„Eine ganz schöne Sache!“ – diese Holztassen als Andenken an Palotarus 2010. In einer Abschlussveranstaltung verabschiedeten sich die Gruppenleiter von ihren Teams, überreichten ihnen Ärmelabzeichen und finnische Holztassen. Wehmütig, aber fix, starteten wir um 10 Uhr unsere Heimreise. Mit Umweg über Flughafen und Supermarkt steuerten wir den Hafen an. Und, man glaubt es kaum, wir waren die Ersten. Mit Tanzen, Kicken und Sonnen vertrieben wir uns die Zeit. Noch bevor die Fähre aus dem Hafen auslief, stürmten wir Toiletten und Duschen - nach den "Qualen" des Zeltlagers. Unseren persönlichen WM-Ausklang verhinderte eine Nebelbank.

Sonntag, 11. Juli

Ein Tag an Bord kann ja so erholsam sein. Zum Abschluss wurde – na klar – noch mal getanzt. Zuschauern aus Hamburg war das sogar eine spontane Spende wert. Zurück in Travemünde hieß es "Tschüss Hendrik" und ab nach Bremen. Am Seesenthom nahmen uns die Eltern um 23.30 Uhr in Empfang. Das Abenteuer Finnland endete, wie es begonnen hatte. In einer Runde, gemeinsam mit den Eltern, übergaben die Jugendfeuerwehrwarte den Teilnehmern ihre Urkunden.

Montag, 12. Juli

Der Alltag ist wieder eingekehrt, aber die Jugendfeuerwehr traf sich noch einmal, um Fahrzeuge und Ausrüstung zu säubern und zu versorgen.